Briefe ohne Unterschrift

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Bildquelle: Knaus Verllag

Allgemeines:

Briefe ohne Unterschrift basiert auf wahren Begebenheiten. 1949 startete die BBC eine Rundfunksendung, in der Briefe von Bürgern der DDR anonym verlesen wurden. Susanne Schädlich stieß auf diese Briefe, die man für verschollen gehalten hatte und recherchierte die Hintergründe. Dafür reiste sie unter anderem nach London und traf dort ehemalige Mitarbeiter der BBC. Dabei herausgekommen ist ihr Buch Briefe ohne Unterschrift. Es ist 2017 im Knaus Verlag erschienen und hat 284 Seiten.

Das Cover ist in schwarz-weiß gehalten. Ein Mann, der einem den Rücken zukehrt, steht auf einer Brücke. Das erinnert an einen Spionagethriller. Das Innere der Buchdeckel ist mit Kopien der Originalbriefe bedruckt. Das geht unter die Haut!

Inhalt:

„Sie schreiben Briefe und gehen ein hohes Risiko ein. Adressat: BBC London. 1949 startet die britische Rundfunksendung „Briefe ohne Unterschrift“. Anonyme Zuschriften von DDR-Bürgern werden darin verlesen, immer am Freitagabend, über 25 Jahre lang. Susanne Schädlich entdeckte diese einzigartigen Zeitdokumente und erzählt nun von den britischen Journalisten, die so lange der DDR die Stirn boten. Vor allem aber setzt sie den mutigen Absendern ein Denkmal, die der gnadenlosen Nachverfolgung durch die Stasi zum Opfer fielen – unter ihnen ein Junge aus Greifswald …“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House)

Meine Meinung:

Mit diesem Buch liegt wieder ein Stück Zeitgeschichte der jüngeren deutschen Vergangenheit vor, über die ich aus eigener Erfahrung nichts weiß.

Die verschiedenen Schriftarten erleichtern die Orientierung beim Lesen. So sind die Briefe im Text kursiv, Zitate aus Stasiakten in Schreibmaschinenschrift gedruckt.

Briefe ohne Unterschrift ist eine Mischung aus Roman und Sachbuch, im Klappentext heißt es „dokumentarische Erzählung“. Susanne Schädlich versucht, beide Genres miteinander zu verknüpfen, sodass dieses Buch grundsätzlich gut lesbar sein sollte. Aus meiner Sicht ist diese  gute Idee aber nicht gut umgesetzt. Man weiß oft nicht, an welchem Ort man sich befindet oder wer welche Briefe unter welchen Aspekten geschrieben hat. Das irritiert sehr und mindert den Lesefluss. Es wird ein breites Geschichtswissen vorausgesetzt. Es gibt zwar ein Glossar, das aber um wichtige historische Ereignisse ergänzt werden müsste, um wirklich hilfreich zu sein.

Das Buch enthält Briefe für und gegen die DDR, beide Positionen werden dargestellt. Allerdings überwiegen (logischerweise) die regimekritischen Briefe. Es ist aus heutiger Sicht unfassbar (oder angesichts des Internetzeitalters auch nicht), wie perfide spioniert wurde, in welcher Angst man leben musste, wenn man in der DDR politisch kritisch unterwegs war.

Insgesamt ist es anstrengend, dieses Buch zu lesen, weil jeder Brief unglaublich viele Informationen enthält. Ich habe vor einiger Zeit die Serie Weißensee gesehen (sehr zu empfehlen) und war daher schon ein wenig für die Thematik des Lebens in der DDR sensibilisiert. So habe ich dieses Buch zwar besser verstehen können, aber durch die ständigen Hinweise auf historische Ereignisse, die wiederum Bezüge zum Kalten Krieg, zu Verträgen, zu Schauplätzen in Berlin, zum Alltagsleben in Ost und West anreißen, ist es für mich nicht lesbar, da mein Wissen dafür nicht ausreicht.

Fazit:

Dieses Buch macht nachdenklich und ein ganzes Stück klüger! Es ist allerdings sehr sperrig zu lesen.

herz blogherz blog

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