Water Love [Gastrezension]

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Bildquelle: Drachenmondverlag

Allgemeines:

Im Februar 2017 ist Water Love als erstes Buch der Autorin Marion Hübinger beim Drachenmondverlag erschienen. In meiner Rezension zum letzten Buch aus diesem Verlag gab es eine kurze Verlagsvorstellung, da der Drachenmondverlag damals noch nicht jedem Leser ein Begriff war. Mittlerweile sollte sich das jedoch geändert haben, da immer mehr Bücher bei den Drachen publiziert werden.

Water Love hat 312 dicht beschriebene Seiten und ist ein Softcover mit dem für den Verlag typischen, etwas ungewöhnlichen Format. Für mich stehen die Einbände des Drachenmondverlags nicht unbedingt für Qualität. Sie sehen schnell benutzt aus, egal wie vorsichtig man liest. Auf dem Foto sehen die Farben des Covers besonders schön aus, aber auch in echt kann es sich sehen lassen.

Inhalt:

„Der neunzehnjährige Bela erwartet nicht mehr viel vom Leben. Nicht, nachdem seine Eltern vor drei Jahren bei einem Flugzeugunglück umgekommen und sein Großvater Laszlo, ein berühmter Maler, aus Ungarn zu ihm gezogen war. Erst recht nicht in einer Zeit, in der jeder die drastischen Bedrohungen des Klimawandels nervös verfolgt und sich fragt, wie er überleben wird. Wer zu den Waters gehört, wird das Glück haben gerettet zu werden. Seit Bela zurückdenken kann, regieren die Waters das Land. Doch Bela ist ein Landers, einer, der dazu verdammt ist, an Land zu bleiben, sollte es zur Katastrophe kommen. Warum muss ausgerechnet er sich in eine Waters verlieben? Warum muss genau in dem Moment die Smogwelle über Kiel Alarmstufe ROT auslösen und ihn und Sintje viel zu schnell wieder trennen? Als Bela im Bunker festsitzt, fragt er sich jeden Tag, ob es eine Hoffnung für ihre Liebe geben wird …“ (Quelle: Drachenmondverlag)

Meine Meinung:

Water Love spielt in Kiel und der Protagonist heißt Bela. Das rief natürlich sofort positive Assoziationen bei mir hervor (Bela B, die Ärzte, etc.). Als waschechtes Nordlicht habe ich mich richtig gefreut, eine Stadt als Handlungsort zu haben, die nur etwa eine Autostunde entfernt von mir liegt. Aber irgendwie.. hätte das Buch auch ganz woanders spielen können. Den erhofften Bezug habe ich fast gar nicht entdecken können. Natürlich habe ich nicht das Kiel erwartet, das heute existiert..wir haben es ja mit einer Dystopie zu tun. Aber eine Version von Kiel, die diesem zumindest ähnelt, spukte schon in meinem Kopf herum. Zudem irritierten mich viele sprachliche Ausdrücke, die man im Norden so gar nicht kennt und die nicht typisch sind. Beispielsweise hupt das Handy des Protagonisten. Kriegt er eine SmS? Oder kann sein Handy hupen wie ein Auto? So drückt man das im Norden nicht aus. Ich wusste anfangs nicht, was damit gemeint ist und habe wirklich darüber nachgedacht, was da gerade passiert ist. Ich hätte mir als Handlungsort dann lieber eine fiktive Stadt gewünscht, in der die Geschichte genauso passieren könnte wie sie passiert. Das wirkt vielleicht authentischer.

Insgesamt ist die von Hübinger verwendete Sprache häufig auf einer Ebene, die möglicherweise an Jugendsprache erinnern soll. Leider wirkt das auf mich gewollt. So sprechen Jugendliche in der realen Welt nicht und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sie bald so sprechen werden. Deshalb fällt es mir als Leser schwer, mich mit ihnen zu identifizieren. Gleiches gilt für einige von der Autorin erdachte Begriffe. Dass es Waters und Landers gibt.. das ist in Ordnung, aber doch recht simpel gedacht. Landers leben eben auf dem Land und Waters auf dem Wasser. Aber, dass die Lebensorte der Waters dann auch noch schlicht und einfach Waterships heißen –  da hätte ich mir etwas mehr Komplexität oder Kreativität gewünscht.

Leider kann auch die Story an sich mich nicht komplett von sich überzeugen, obwohl das gewählte Thema Smog sehr faszinierend und spannend ist! Wir sollten uns öfter Gedanken über die Konsequenzen unseres Lebensstils und die dadurch erzeugte Umweltverschmutzung machen. Ich habe bisher selten Dystopien zu diesem Thema gelesen, für das gewählte Thema gibt es also eindeutig Pluspunkte. Mir fehlte es aber während der Lektüre an Innovation und echten Gefühlen. Einige der Protagonisten bleiben  zu blass und vor allem die Beweggründe von Sintje, die eigentlich eine starke Protagonistin ist, konnte ich nicht nachvollziehen. Nichtsdestotrotz hatte ich während der Lektüre das Gefühl, weiter lesen zu wollen. Und aus diesem Grund gebe ich dem Buch drei Bewertungsherzen. Irgendwas hat mich gefesselt und das ist für mich ein Grund, ein Buch zu lesen, mich in dieses Buch zu vertiefen und mehr wissen zu wollen.

Fazit:

Ein Buch mit viel Potential und einigen Schwächen in der Umsetzung. Dadurch konnte mich Water Love nicht vollständig von sich überzeugen. Ich möchte aber trotzdem gerne mehr von Marion Hübinger lesen, um zu sehen, wie sich ihre Schreibideen weiter entwickeln.

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