Die Liebenden von Palstrey Manor

Die Liebenden von Palstrey Manor
Bildquelle: Manhattan Verlag

Allgemeines:

Die Liebenden von Palstrey Manor von Frances Hodgson Burnett erschien bereits 1901 in England und wurde erst kürzlich wiederentdeckt und 2016 ins Deutsche übersetzt. Ende Oktober ist es dann beim Manhattan Verlag erschienen. Burnetts bekanntestes Buch ist Der kleine Lord, das viele von euch mit Sicherheit als Verfilmung kennen.
Burnett verließ ihr Elternhaus bereits im Alter von 15 Jahren und schrieb fast ihr ganzes Leben lang.
Fast alle ihre Geschichten handeln von Brüchen im Leben und den sich damit verändernden Lebensumständen.

Inhalt:

„Die 34-jährige Emily Fox-Seton, aus vornehmer, aber längst verarmter Familie, schlägt sich in London durch, indem sie für adelige Herrschaften vertrauliche Aufträge und Besorgungen jeder Art ausführt: von einfachen Näharbeiten bis hin zum Finden eines neuen Butlers. Durch einen Schachzug ihrer Auftraggeberin Lady Maria Bayne lernt sie bei einem Sommerfest auf dem Lande deren Cousin Lord Walderhurst kennen, einen reichen Witwer, der sich prompt in Emily verliebt und um ihre Hand anhält. Mit der Hochzeit erfüllen sich Emilys kühnste Träume, zumal sie dem Lord einige Monate später den lang ersehnten Erben schenken wird. Doch Emilys Glück ruft jede Menge Neider auf den Plan, denn in Lord Walderhursts blasierter Verwandtschaft hat man ganz eigene Pläne mit dem erhofften Erbe…“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House)

Meine Meinung:

Ganz in der Tradition von Jane Austen, den Brontés, Charles Dickens oder Wilkie Collins steht Die Liebenden von Palstrey Manor: schöne Sprache, scharfe Beobachtungsgabe, nicht kitschig, sondern Milieustudie.
Das Buch beginnt unspektakulär, kommt nur langsam in Fahrt. Alle Charaktere müssen erst ihren Platz finden und sich nach und nach entfalten. Man muss auch als Leser erst vertraut werden mit der Gesellschaft Londons, all den Ladys und Lords und den gesellschaftlichen Verhältnissen, in denen die Protagonistin Emily Fox-Seton sich bewegt. Das Buch ist nicht spannend im eigentlichen Sinne, aber es zieht seinen Leser dennoch schnell in seinen Bann. Das gelingt besonders gut durch die Ausgestaltung der Figur des Antagonisten Alec Osborne, der durch und durch widerlich ist. Man will einfach wissen, wie sich die Geschichte entwickelt.
Mit der Figur der Emily hat Burnett eine sympathische Frauenfigur geschaffen, die unaufgeregt ihren Weg geht, sich nicht in den Mittelpunkt stellt und durch ihre Natürlichkeit – ohne dieses zu bemerken – die Menschen beeindruckt und für sich einnimmt. Das ist sehr wohltuend, wenn man die anderen weiblichen Charaktere betrachtet.
Das Cover finde ich ausgesprochen schön und mit Liebe zum Detail gestaltet. Inhalt und Aufmachung passen perfekt zueinander. Die Übersetzung fängt sehr gut die Sprache um 1900 ein, sodass hier wirklich ein rundum in sich stimmiges Buch entstanden ist.

Fazit:

Wer Bücher aus der Zeit um 1900 liebt, wird auch dieses Buch lieben. Und wer Der kleine Lord und Der geheime Garten mit Freude gelesen hat, wird dieses Buch verschlingen.

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2 Gedanken zu “Die Liebenden von Palstrey Manor

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