Die Kleidermacherin

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Bildquelle: Verlagsgruppe Random House

Allgemeines:

Die Handlung von Die Kleidermacherin beginnt im Barcelona der 1920er Jahre und endet in den 1950ern. Der Roman wurde in Spanien hochgelobt und euphorisch aufgenommen. Núria Pradas recherchierte für dieses Buch intensiv und tauschte sich mit dem Modehaus Santa Eulalia, das es seit 1843 in Barcelona tatsächlich gibt, aus, um möglichst authentisch und faktenbasiert schreiben zu können.

Die Kleidermacherin ist Pradas‘ erster Roman und erschien im November 2016 beim Penguin Verlag.

Inhalt:

„Barcelona, 1917. Die hübsche Laia tritt eine Anstellung als Verkäuferin im Textilgeschäft Santa Eulalia an, in dem ihre Mutter als Näherin arbeitet. Laia ist von den luxuriösen Stoffen und schönen Kleidern fasziniert – und von der eleganten Roser. Diese will aus dem traditionsreichen Unternehmen ihrer Familie das erste moderne Modehaus Spaniens machen. Allen sozialen Gegensätzen zum Trotz freundet Laia sich mit der privilegierten Roser an. Doch dann tritt der charismatische Ferrán in ihr Leben – eine Begegnung, die das Leben beider Frauen für immer verändert …“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House)

Meine Meinung:

Dieses Buch hat mehrere Protagonisten, die für die Entwicklung der erzählten Geschichte gleichermaßen bedeutsam sind. Sie verkörpern unterschiedliche Stereotype und sind doch auch mehrdimensional angelegt. Alle durchlaufen während ihres Lebens eine Wandlung ihres Charakters.

Im Mittelpunkt steht das Modehaus Eulalia, um das sich die Handlung rankt. Pradas führt den Leser durch gute und schlechte Zeiten dieses Modehauses während der beiden Weltkriege und der Francodiktatur. Dieser historische Aspekt wird immer nur angedeutet, man hat den Eindruck, Pradas will den Leser nicht überfordern. Dadurch wirkt diese Perspektive aber auch weichgespült. Hier hat Pradas eine echte Chance vertan. Denn da sie wirklich gut erzählen kann, hätte sie die historischen Fakten noch sehr viel eindrucksvoller nutzen und so ein authentischeres Bild Spaniens während des 1920er bis 1950er Jahre zeichnen können.

Die Informationen des Klappentextes sowie der Titel des Buches führen den Leser bezüglich der Handlung in die Irre, vermutet man doch, dass in erster Linie die Mode im Mittelpunkt steht. Das ist aber keineswegs der Fall. Es geht vielmehr um eine bzw. mehrere Liebesgeschichten, deren Entwicklung vorhersehbar ist, die aber dennoch spannend erzählt werden. Man weiß wirklich genau, was als Nächstes geschehen wird, will aber dennoch unbedingt weiterlesen. Die Mode bildet den thematischen Rahmen, ist aber eher Mittel zum Zweck.

Auf verschiedenen zeitlichen Ebenen schreitet die Handlung fort. Dadurch erschließen sich dem Leser veränderte Verhaltensweisen und Ansichten der Protagonisten.

Manchmal lösen sich Konflikte und Probleme allerdings zu offensichtlich, das nimmt die Spannung und enttäuscht an einigen Stellen.

Fazit:

Núria Pradas‘ Die Kleidermacherin ist eine nett erzählte Geschichte – mehr aber auch nicht. Denn zu stark ist die Anlehnung an Zolas Das Paradies der Damen. Das ist sehr schade, vielleicht aber dadurch zu erklären, dass nun auch Spanien, genauer Barcelona, seinen eigenen Roman über ein bekanntes und berühmtes Modehaus hat, und sehr stolz darauf ist.

Der Erzählstil ist flüssig und das Buch gut zu lesen. Ich glaube, Pradas hat Potenzial, das sich erst noch richtig entwickeln muss.

herz blogherz blogherz blog

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