Die letzten vier Tage des Paddy Buckley

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Bildquelle: Verlagsgruppe Random House

Allgemeines:

Jeremy Massey, gebürtiger Ire, veröffentlicht mit Die letzten vier Tage des Paddy Buckley seinen ersten Roman. Er hat selber als Bestatter im Unternehmen seiner Familie gearbeitet und weiß somit genau, wovon er schreibt!

Der Roman ist im September 2016 bei carl’s books erschienen.

Inhalt:

„Paddy Buckley ist mit Leib und Seele Bestatter. Als eine attraktive Witwe seine Zuwendung braucht, gibt er sie ihr – doch sie stirbt auf dem Höhepunkt seines körperlichen Trostes. Geschockt von diesem Erlebnis, überfährt er auf dem Heimweg einen Fußgänger. Der Tote ist der Bruder des gefährlichsten Gangsters von ganz Irland, Vincent Cullen. Jetzt hat er eine tote Witwe und einen toten Gangster am Hals, für die er obendrein auch noch die Beerdigung auszurichten hat! Er muss also höllisch aufpassen, sich nicht zu verraten. Denn Cullen hat geschworen, den Tod seines Bruders zu rächen. Eine rasante Verfolgungsjagd durch Dublin beginnt. Zum Glück ist Paddy einfallsreich und kann sich auf seine Freunde verlassen … Ein höchst amüsantes Betrugsmanöver und ein ausgebufftes Verwechslungsspiel um einen Leichnam vollenden diesen köstlichen, makabren und warmherzigen Roman.“ ( Quelle: Verlagsgruppe Random House)

Meine Meinung:

Ich habe vor einigen Monaten von Bernhard Aichner die ersten beiden Totenfrau-Bände mit großem Vergnügen gelesen. Besonders die Figur der Bestatterin Blum hat mir gefallen. Meine Befürchtung, mit Die letzten vier Tage des Paddy Buckley einen Abklatsch dieser Geschichte präsentiert zu bekommen, ist glücklicherweise nicht eingetreten – ganz im Gegenteil.

Massey hat seinen ganz eigenen Stil – was für ein Glück. Da, wo Aichner manchmal doch blutig und fast schon brutal schreibt, glänzt Massey mit hintergründigem Humor und feiner Ironie.

Die Figur des Protagonisten Paddy ist eigentlich tragisch. Allein in seiner Küche mit seiner geliebten Mickymausuhr sitzend, sinniert er über sein bisheriges Leben und seinen späten Berufswunsch, Bestatter zu werden: Er möchte aufgrund eigener furchtbarer Erlebnisse anderen Menschen in ihrer Trauer helfen und sorgt dafür, dass die Toten liebevoll und anständig unter die Erde kommen. Anstatt nun aber einen tragischen Handlungsverlauf zu konstruieren, was angesichts von Paddys Leben naheliegend wäre, wählt Massey den komischen. Eine gute Wahl!

In tagebuchähnlicher Form lässt er seinen Helden sein Leben erzählen. Paddy gerät von einem Schlamassel in den anderen, biegt sich die Wahrheit wo nötig zurecht, ist also irgendwie ein richtiges Schlitzohr. Dennoch muss man ihn einfach mögen, schließlich versucht er, eigentlich immer nur Gutes zu tun. Man erfährt nebenbei auch eine Menge über seine Kindheit und Jugend und sein Leben als Erwachsenen. Dadurch versteht man ihn immer besser und möchte ihm oft über den Kopf streicheln und ihm sagen: Paddy, alles wird gut!

Fazit:

Ein wirklich schönes Buch, das den typisch irischen Humor aufweist und dennoch sehr unter die Haut geht. Ein Buch zum Schmunzeln, Lachen und Weinen.

herz blogherz blogherz blogherz blog

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