Die schwedischen Gummistiefel (Hörbuch)

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Bildquelle: Verlagsgruppe Random House

Allgemeines:

Henning Mankell, geboren 1948 in Härjedalen, Schweden, lebte als Theaterregisseur und Autor in Schweden und Mosambik. Er starb im Oktober 2015. Mankells Kriminalromane um den Ermittler Kurt Wallander sind weltbekannt. Mit Die schwedischen Gummistiefel setzt er  Die italienischen Schuhe mit der Hauptfigur Fredrik Welin fort. Beide Bücher sind aber auch völlig unabhängig voneinander zu lesen. Sie sind ebenfalls Krimis, unterscheiden sich aber deutlich von der Wallanderreihe.

In dieser Rezension wird das Hörbuch zur Printausgabe besprochen.

Inhalt:

„Seit Fredrik Welin als Chirurg ein Kunstfehler unterlief, lebt er allein auf einer einsamen Insel in Schweden. Ihm ist nach dem Brand seines Hauses so gut wie nichts geblieben. Nur wenige Menschen, die ihm nahestehen: Jansson, der pensionierte Postbote, die Journalistin Lisa Modin, in die er sich verliebt, und seine Tochter Louise, die schwanger ist und in Paris lebt. Als sie wegen eines Diebstahls in Untersuchungshaft gerät, ruft sie ihn zu Hilfe. Während er in Paris über ihre Freilassung verhandelt, erfährt er, dass auf den Schären schon wieder ein Haus in Flammen steht. Mankells letzter Roman, der Nachfolger des Bestsellers „Die italienischen Schuhe“, ist ein sehr persönliches Buch und beschwört die Möglichkeit menschlicher Nähe angesichts von Einsamkeit, Alter und Tod.“ (Quelle: Hanser Literaturverlag)

Meine Meinung:

Das Hörbuch wird von Axel Milberg, den man als Ermittler aus dem Kieler Tatort kennt, gelesen. Er schafft es mit seiner ruhigen, aber sehr ausdrucksvollen Stimme, den Protagonisten Leben zu geben. Man hört sehr gerne zu, kann die Stimmen der Personen gut voneinander unterscheiden und ist gleich mittendrin in der Geschichte.

Die italienischen Schuhe, der Vorgänger dieses Hörbuches, ist ein typischer Krimi. Die schwedischen Gummistiefel dagegen lebt von der genauen Ausgestaltung der Atmosphäre, ist zunächst so gar nicht „krimilyke“. Anfangs erhalten die Naturbeschreibungen und die Beschreibungen der Gefühlswelt von Fredrik Welin, der Hauptfigur, sehr viel Raum. In der Hörbuchfassung führt dass nicht zu Langeweile, weil Milberg so großartig liest. Ich könnte mir vorstellen, dass das beim Lesen des Buches anders wäre und die Gefahr bestünde abzuschalten, weil so gar nichts passiert, es sei denn, man ist Mankellfan, dann liest man in jedem Fall weiter, weil man weiß: Ein Mankell ist immer gut!

Vordergründig ein Krimi, auf den zweiten Blick Charakter- und Milieustudie mit Elementen des Krimis, so könnte man dieses Hörbuch beschreiben.

Fredrik Welin rettet nach einem Brand aus seinem Wohnhaus nur zwei Gummistiefel, zwei linke. Das macht ihm fast mehr zu schaffen als die Tatsache, dass er gar nichts mehr besitzt: keine Papiere, kein Geld, keine Erinnerungsstücke. Von seinen italienischen Schuhen ist nur noch eine eingeschmolzene Schnalle übrig. Er fährt aufs Festland und besorgt sich dort als erstes  ein Paar neue Stiefel, leider nicht so schön wie seine alten…

Welin, für den sein Haus auf der schwedischen Insel sein Rückzugsort, seine Heimat ist, will wissen, wer den Brand gelegt hat, wer ihn so wenig mag, dass er ihn so verletzen oder sogar töten will. Ganz langsam entwickelt Mankell die unterschiedlichen Charaktere, lässt den Verdacht auf diesen oder jenen fallen, denn jeder hat zwei Gesichter. Das Hörbuch nimmt ebenso langsam Fahrt auf, aber daran gewöhnt man sich und lässt es zu, denn den letzten Mankell kann man so besonders gut genießen.

Fazit:

Dieses Hörbuch ist anders als die Krimis, die man sonst von Mankell kennt. Nicht so brutal, leise Töne werden angeschlagen. Mir hat es, vielleicht gerade deshalb, besonders gut gefallen.

herz blogherz blogherz blogherz blogherz blog

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