Weiß für Wut

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Bildquelle: Verlagsgruppe Random House

Allgemeines:

„Jari Järvelä, geboren 1966, arbeitete zunächst als Lehrer, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Inzwischen hat er 14 Romane, zahlreiche Hörspiele und Dramen veröffentlicht und gehört zu den angesehensten Autoren Finnlands. Er erhielt 2007 den Finnischen Staatspreis für Literatur und wurde mehrmals für den Finlandia-Preis nominiert. Mit dem Thriller Weiß für Wut wird Jari Järvelä erstmals in Deutschland vorgestellt. Es ist der Beginn einer Trilogie mit der Sprayerin Metro als Heldin.“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House)

Weiss für Wut von Jari Järvelä ist bereits 2014 auf Finnisch erschienen. Die deutsche Übersetzung wird von carl’s books  Ende August 2016 herausgegeben. Das Buch hat 287 Seiten.

Inhalt:

„Ein 19-jähriges Mädchen, das sich »Metro« nennt, ist leidenschaftliche Street-Art-Künstlerin. Zusammen mit ihrem Freund kundschaftet sie täglich ungewöhnliche Orte aus, um sich dort heimlich mit ihren gesprayten Kunstwerken zu verewigen. Als sie eines Nachts entdeckt werden, stirbt ihr Freund bei einer Auseinandersetzung mit dem Sicherheitsdienst. Metro kann fliehen. Ihre Trauer entlädt sich in einem wütenden Racheplan: Sie will dem Mann, der ihren Freund auf dem Gewissen hat, das Leben zur Hölle machen. Mit ihren ganz eigenen Mitteln …

Ein hoch dramatischer Thriller mit einer ungewöhnlichen Serienheldin, die niemanden kalt lässt.“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House)

Meine Meinung:

Ich lese sehr gerne finnische Autoren und ganz besonders gerne Krimis und Thriller aus Finnland. Darum habe ich mich auf Weiss für Wut sehr gefreut. Nachdem ich nun etwa ein Drittel des Buches gelesen habe, hat diese Freude stark nachgelassen. Ich habe zwar weitergelesen, meine Meinung hat sich aber nicht mehr geändert.

Man sollte ein Faible für die Sprayerszene haben, um die Handlung wirklich gut zu verstehen und nachvollziehen zu können. Das ist bei mir aber nicht der Fall.

Auch die Wortwahl ist sehr gewöhnungsbedürftig: Szenesprache, sehr deftige Ausdrücke, insgesamt einfach eine sehr harte Sprache, die ich durchaus von skandinavischen Autoren gewöhnt bin. Aber Järvelä überzieht und hat mir den Lesegenuss genommen. Die Sprayerszene wird zum größten Teil  klischeehaft dargestellt: kaputte Typen, kein Wohnsitz, Leben im Dreck… . Das alles trifft sicher auf einen Teil der Sprayer zu, aber längst nicht auf die Mehrheit. Auch das ist ein Manko des Buches.

Metro, die Hauptperson des Buches, will sich für den Tod ihres Freundes rächen und unternimmt alles, damit ihr das gelingt. Ihr Gegenspieler Jere ist eine ebenso tragische Figur wie sie. Beide verlieren viel, wenn nicht alles. Die Figuren sind charakterlich nur oberflächlich angerissen, das passt zwar zu Järveläs Stil, tut der Geschichte aber nicht gut.

Fazit:

Als Thriller würde ich dieses Buch nicht bezeichnen, eher als knallharte Milieustudie, die aber wirklich nur die interessieren dürfte, die eine Affinität zur Sprayerszene haben.

herz blog

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