Pariser Symphonie

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Bildquelle: Manesse Verlag

Allgemeines:

Pariser Symphonie  von Irène Némirovsky  ist in der deutschen Übersetzung 2016 bei Manesse erschienen. Es handelt sich um einen  Band mit Erzählungen, die in den Jahren 1931-1942 entstanden sind.

Irène Némirovsky  lebte von 1903-1942. Sie starb im Konzentrationslager Auschwitz.

Inhalt:

„Irène  Némirovsky, Autorin des hochgelobten Welterfolgs Suite française, beweist auch in der kleinen Form ihre literarische Größe: In ihren bewegenden Erzählungen richtet sie den Blick auf die Macht des Schicksals. Mit außergewöhnlichem Einfühlungsvermögen spürt sie den Träumen und Vorahnungen ihrer Figuren nach und zeichnet dabei ein stimmungsvolles Bild vom Paris der 1920er und 30er-Jahre.

Eine geheimnisvolle Prophezeiung schickt den jungen Russen Sascha auf die lebenslange Suche nach seiner großen Liebe. Aline steht vor der gleichen folgenschweren Entscheidung, die ihre Mutter Jahre zuvor zu treffen hatte. Hélène wird von den Geistern der Vergangenheit verfolgt – und tut alles, um sie abzuschütteln … Auf kleinstem Raum entwirft Irène Némirovsky das präzise Porträt einer langen, in den Mühen des Alltags erstarrten Ehe, einer zerbrechlichen ersten Liebe oder einer tiefen Freundschaft, die das Leben prägt. Vielschichtig und unberechenbar sind die Charaktere, deren Sehnsüchte und Leidenschaften sie ausleuchtet. Némirovskys Erzählungen sind packende psychologische Studien und ein mitreißendes Leseerlebnis.“ (Quelle: Manesse Verlag)

Meine Meinung:

Von Irène Némirovsky  habe ich schon des Öfteren etwas gehört, bisher aber noch nichts von ihr gelesen. Daher war ich sehr gespannt auf Ihre Pariser Symphonie – und die begann gleich mit einem Irrtum. Ich glaubte, einen Roman vor mir zu haben, fand aber nun Erzählungen vor. Erzählungen und Kurzgeschichten lese ich allerdings überhaupt nicht gerne. Zunächst war ich sehr enttäuscht, begann aber dennoch zu lesen und habe es nicht bereut.

Némirovsky hat eine sehr bildhafte Sprache, man hat den Eindruck, sie wählt jedes Wort genau aus, probiert herum, bis es passt. Das findet man selten und ist vermutlich auch der Epoche geschuldet, in der sie schrieb und lebte.

Ihre Erzählungen verarbeiten auf unterschiedliche Weise die Themen Wahrheit, Liebe, Verrat und Wahrhaftigkeit und sind besonders gut zu verstehen, wenn man sie vor dem geschichtlichen Hintergrund ihrer Entstehungszeit  liest. Némirovsky  ist russische Jüdin und im Alter von 12 Jahren mit ihren Eltern  nach Frankreich ausgewandert. Dort fühlte sie sich wohl und geborgen, dort aber ereilte sie auch ihr schlimmes Schicksal der Deportation nach Auschwitz, wo sie 1942 starb.

‚Ich habe doch nichts getan, warum sollte man mich festnehmen?‘ (…) Diese Haltung und ihr Vertrauen auf das Land der Menschenrechte, bezahlt sie mit dem Tod.“

(Nachwort, S. 220)

Ihre Bücher durfte sie schon 1940 nicht mehr veröffentlichen. Mit den in diesem Buch vorliegenden Erzählungen zeigt sie, dass sie sehr wohl geahnt hat, was ihr bevorsteht. Alle Geschichten drücken ihre Liebe zu Frankreich aus, sind aber voll ungeklärter Fragen und bekommen mit dem Wissen um ihr persönliches Schicksal eine völlig andere Bedeutung.

Mein Fazit:

Dieses Buch enthält wirklich tolle Erzählungen, die man sowohl mit als auch ohne geschichtliches Hintergrundwissen lesen kann. Man nimmt sie dann nur unterschiedlich wahr. Mein Favorit ist Die Diebin, weil hier die Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge eine ganz besondere Tragik aufweisen.

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