Die Erinnerungen

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Bildquelle: Verlagsgruppe Random House

Allgemeines:

Die Erinnerungen ist am 08. März 2016 bei btb erschienen. Es handelt sich um den vierten Roman des auf den Färöern geborenen Autoren Jóanes Nielsen. 416 Seiten, gebunden, mit einem Cover, das irgendwie beeindruckend wirkt.

Inhalt:

„Eigil Tvibur ist auf den Färöern aufgewachsen, in einem Holzhäuschen am eisblauen Fjord, inmitten von Fischern und Walfängern. Begleitet vom Schrei der Möwen, den Duft von getrocknetem Tang in der Nase, die schmalen Schafspfade entlang der steilen Klippen vor Augen. Schon seine Vorfahren hatten hier gelebt. Doch wie diese ist er immer ein Außenseiter geblieben. Liegt es daran, dass er sich vor dreißig Jahren auf den Friedhof geschlichen und einen unverzeihlichen Fehler begangen hat? Oder hat es mit seiner Familiengeschichte zu tun? Eigil beginnt nachzuforschen …“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House)

Meine Meinung:

Die Erinnerungen sind keine einfache Kost. Man muss eine starke Affinität zu Skandinavien, der skandinavischen Literatur und Geschichte, Sagen und Mythen, den kargen Landschaften und den noch wortkargeren Menschen haben. Ist das gegeben, liest man allerdings ein wunderbares Buch.

Jóanes Nielsen schreibt wirklich beeindruckend, er lässt die Menschen und die Natur lebendig werden, lässt mich die Protagonisten regelrecht erleben und mit ihnen leiden und lachen.

Man muss schon über die ersten 100 Seiten kommen, um so richtig in die Geschichte einsteigen zu können. Die fremden Namen und Orte sind gewöhnungsbedürftig und erschweren den Lesefluss. Hat man sich dann aber eingelesen, ist man gefangen von der Handlung und den sonderbaren Typen, die auf den Färöern lebten und noch leben.

In Rückblenden lässt Nielsen die Zeit um 1800 auferstehen, vermittelt einen authentischen Eindruck der Lebensumstände der damaligen Zeit und  konstruiert einen glaubhaften Familienroman. Das Leben der Menschen auf den Färöern ist bis in die heutige Zeit stark geprägt von Aberglauben und dem Glauben an die Beseeltheit der Natur. Dieser Aspekt findet in Die Erinnerungen ebenfalls Berücksichtigung und erklärt so manch merkwürdige Entwicklung innerhalb der Geschichte.

Der alte und der junge Tovo bilden den roten Faden in diesem Buch. Beide sind keine glatten Charaktere, haben ihre guten und weniger guten, ja dunklen Seiten. Das macht sie so sympathisch. Wie in jedem guten geschichtlichen Abenteuerroman gibt es Intrigen, Liebschaften, Seereisen, Rückkehr, Aufbrüche zu neuen Ufern und immer haben die beiden Tovos etwas damit zu tun. Eingerahmt wird die Geschichte von der Figur des Eigil, einem Nachfahren von Tovo.

Hilfreich wären eine Landkarte sowie eine Übersicht über die wichtigsten Personen gewesen, beide hätten das  Lesen sehr erleichtert und so vielleicht auch den eher skeptischen Leser bei der Stange gehalten.

Mein Fazit:

Mir hat Die Erinnerungen gut gefallen. Ich konnte in die archaische Welt und das raue Klima eintauchen. Ich kann aber sehr gut nachvollziehen, dass Thema und Handlungsort nicht jedermanns Sache sind.

herz blogherz blogherz blogherz blog

 

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