Endgame – Die Hoffnung

In einer Leserunde auf Lovelybooks durfte ich den zweiten Band der Endgame Trilogie von James Frey lesen.

„Wird Mitgefühl wichtiger sein als Unbarmherzigkeit? Friedfertigkeit mehr bewirken als Mordlust? Liebe mächtiger sein als Hass? Wird der Gewinner gut oder böse sein? Es gibt nur einen Weg, das herauszufinden. Spielen.“ (S. 10)

(Videoquelle: Youtube, Oetinger)

Bildquelle: Oetinger
Bildquelle: Oetinger

Allgemeines:

Endgame – Die Hoffnung ist der zweite Band der Endgame Trilogie des US-amerikanischen Autors James Frey. im Oktober 2015 ist das 592 Seiten umfassende Buch bei Oetinger erschienen. Auch der zweite Endgame Band ist innerhalb des Buches abwechslungsreich gestaltet. Illustrationen, Bilder, Fernsehberichte oder andere Elemente, die nicht zum Fließtext des Buches gehören, nehmen ganze Seiten ein. Man hält mit Endgame also ein Buch in Händen, das vom reinen Textaufkommen mit weitaus weniger als 592 Seiten auskommen würde. Äußerlich passt der erste Band gut zur Gestaltung des zweiten. Besonders ist hier wieder die Haptik – macht euch selbst ein Bild und berührt einmal den Umschlag eines Endgamebandes.

Inhalt:

„Schlägt Klugheit Kraft? Das Spiel geht in die nächste Runde!
Zwölf waren auserwählt, aber nur neun haben überlebt. Das gnadenlose Spiel geht weiter. Nachdem Sarah den ersten Schlüssel gefunden hat, ist sie gemeinsam mit Jago nach London geflüchtet. Doch auch dort spitzen sich die Dinge zu – bis zu dem Punkt, an dem Jago den Auftrag erhält, Sarah zu töten. Wie wird er sich entscheiden? Und wollen die beiden wirklich noch weiter Teil eines Spiels sein, das ihre Liebe zerstört?
Auch die anderen Spieler müssen sich entscheiden: Spielen sie noch nach den Regeln von Endgame oder nach ihren eigenen? Denn längst glauben nicht mehr alle von ihnen, dass Endgame der richtige Weg ist …“ (Oetinger)

Meine Meinung:

Dem Erscheinungsdatum dieses Buches habe ich wirklich entgegen gefiebert. Umso glücklicher war ich, es durch Lovelybooks bald in Händen halten zu dürfen. Sehr gespannt habe ich mich an die Lektüre gemacht. Und ich muss sagen, James Frey schreibt erneut gut. Er fesselt den Leser. Er fasziniert. Er hat teilweise geniale Ideen. Seine Welt ist realistisch. Endgame ist spürbar, Endgame könnte real sein, so wirklich passieren.

Aber ich muss auch sagen, dass Frey sich in diesem Band übernommen hat. Endgame – Die Hoffnung ist nicht so perfekt wie der erste Band. Für mich passiert auf der inhaltlichen Ebene zu wenig. Die Dinge, die passieren, sind von unglaublicher Gewalt geprägt. Nicht umsonst hat Oetinger eine Altersempfehlung ab 16 Jahren herausgegeben. Teilweise sind die Geschehnisse für mich auch nicht vollständig realistisch – die Charaktere können einfach zu viel, überleben zu viel, wirken fast wie Götter. In diesem Band stören mich die Illustrationen auch eher. Eigentlich liebe ich so etwas (ich bin zum Beispiel unglaublich gespannt auf Das Schiff des Theseus – eventuell gibt es das ja zu Weihnachten 🙂 ), aber da ich das erneut in das Buch eingebaute Krypto-Rätsel nicht lösen möchte, empfand ich die Bilder als irritierend. Sie haben selten etwas mit der Geschichte zu tun. Manchmal habe ich gerätselt, aber Zusammenhänge konnte man nur erahnen oder interpretieren. Frey baut auch gerne aus dem Kontext gerissene Textausschnitte ein. Manchmal sind diese sehr gut nachzuvollziehen, wenn es sich beispielsweise um verschriftlichte Fernsehberichte handelt. Aber teilweise verwirrt Frey den Leser damit etwas. Man wünscht sich, dass die teilweise kontextlosen Inhalte der Ausschnitte noch einmal aufgegriffen werden, wenn auch nur zu einem späteren Zeitpunkt des Buches. Darauf musste ich in diesem Band aber leider vergeblich warten.

Das Ende des zweiten Bandes war holprig und verwirrend. Auch andere Leserundenteilnehmer wussten nicht so richtig, was da eigentlich genau passiert ist. Schafft Frey es im dritten Band wieder, der Handlung gerecht zu werden und alles zusammen zu führen? Kann er ein besseres Ende der Trilogie schreiben?

Fazit:

Ein zweiter Band, der das Niveau des ersten nicht halten kann. Als Leser identifiziert man sich trotzdem mit den Charakteren, man ist neugierig, wie es weiter geht. Endgame – Die Hoffnung ist durchaus spannend und fesselt den Leser, enthält aber einige Längen und ist sehr brutal. Ich wünsche mir von James Frey einen grandiosen abschließenden dritten Band!

herz blogherz blogherz blog

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